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Balance all’ Ungarese

zempleniAuf die freundliche Anfrage von Ab Koster, komme ich der Bitte, ein paar Gedanken über meine pädagogischen Arbeit zusammenzufassen, gerne nach. So versuche ich einige Gedanken über meine pädagogischen Aspekte zusammenzufassen:

Für mich gibt es nichts Wichtigeres als BALANCE zu finden - im Leben wie im Hornspiel. Es ist beim Spielen wie beim Unterrichten wichtig, eine gute Mischung von allen Bereichen, die wir dafür brauchen, zu finden.

Wie meine Studenten es nennen:

Szabolcs` magic triangel:
zempleni triangle

Interessant sind die Eigenschaften von den grundlegenden Elementen in Bezug auf verschiedene Nationen zu betrachten:

  • In Italien, der Heimat der Oper, ist eine singende Hornstimme und Musik fast immer vorhanden. Jedoch ist Rhythmik oder Intonation nicht immer gleichzeitig stark ausgeprägt. (Bloß nicht dass ich jemand beleidigen möchte!)
  • In Deutschland ist die Artikulation wie in der Sprache, sehr wichtig.
  • In Süd-Amerika, wo immer getanzt wird: Rhythmik ist der Nr1.
  • Ungarn? Musik at all...J

Wenn man in unserem Beruf erfolgreich sein möchte, muss man über diese drei Grundlagen unbedingt verfügen oder diese sich erarbeiten. Ein schöner Klang und gutes Rhythmus-Gefühl sind ohne Intonation immer noch nutzlos, genauso wie gute Intonation und Klang ohne Rhythmik. Es sind aber weitere sehr wichtige Sachen, wie Artikulation und am Ende das entscheidende: MUSIK.

Jedoch darf man nicht nur auf das eine oder andere hinarbeiten, weil wir dann die BALANCE schnell verlieren können. Wenn wir unsere Eigenschaften kennen, dann wissen wir, woran wir arbeiten müssen. Wie Arnold Jacobs sagt: Blechbläser müssen wie Sänger denken. Wenn es uns gelingt, dann können wir gleichzeitig unsere Intonation verbessern und einen guten Klang entwickeln.

Aber was ist ein schöner Horn-Klang?

In Deutschland existiert zurzeit die Alexander-Klang Theorie, dessen Tongebung ich eher als obertonreiche beschreibe. Als ich studiert habe, gab es in Deutschland noch viele verschieden Klang-Richtungen. Hermann Baumann hatte eine singende Stimme, die die ganze Welt bewunderte. Doch es gab einen weichen schlankeren Klang aus Dresden, was das Markenzeichen von Peter Damm war. Als ich nach Deutschland kam, war mein Klang auch viel dünner und kleiner. Erst Johannes Ritzkowsky (ehemalige Solo-Hornist beim Sinfonieorchester der Bayerischen Rundfunk) hat mir empfohlen mehr Opernmusik zu hören.

In meinem Heimat, Ungarn ist es grundsätzlich das Wichtigste ein schöner Klang zu haben. Wir haben zwei Professoren (Prof. Adam Friedrich und Prof. Ferenc Tarjáni) an der Akademie gehabt, die zwei verschiedene aber zweifellos wunderbare Horntongebungen hatten.

Für mich persönlich war der Klang von Dennis Brain ein Beispiel. Sein Ton war so unendlich flexibel – dies wollte ich vor 20 Jahren unbedingt erreichen.

Letztendlich wir dürfen das wichtigste Element niemals vernachlässigen: die Musik. Ein schöner Klang kann auch leer und dumm klingen ohne Musik.

Deshalb möchte ich kurz meine „Mentorin“, Froydis Ree Wekre zitieren: „erinnere dich immer, warum du angefangen hast, Horn zu spielen. Und : have fun!

Mit dieser Zutaten versuche ich zu kochen, all`ungarese, so, dass es für alle schmeckt. Ob es Euch gefällt, hier eine Kostprobe

Liebe Grüße,
Szabolcs


Szabolcs Zempléni, errang mit 17 Jahren bereits den 1. Preis und den Sonderpreis am Concertino Praga. Es folgten der 1. Preis beim Internationalen Hornwettbewerb in Békés, der 2. Preis beim Internationalen Hornwettbewerb in Markneukirchen im Jahr 2000 und der 1. Preis beim Internationalen Hornwettbewerb Brno 2001.

Den 1. Preis beim Internationalen ARD –Musikwettbewerb in München errang Szabolcs Zempléni im Jahre 2005. Seitdem spielte er Solokonzerte u.a. in der Tschechischen Republik, in Japan, China, Thailand, Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und in den Vereinigten Staaten unter der Leitung von Ivan Fischer, Yakov Kreizberg, Jonathan Nott, Daniel Raiskin und Michael Sanderling. Er debütierte bereits in den größten Konzerthallen wie dem Auditorium in Rom, der Carnegie Hall New York, der Philharmonie im Gasteig, München und dem Bartók-Saal in Budapest. Er konzertierte ferner mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchener Kammerorchester, der Camerata Salzburg, dem Budapest Festival Orchester, den Bamberger Symphonikern, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen u.a. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen András Keller, Péter Nagy, Dénes Várjon, Christoph Eschenbach, Elena Bashkirova, Christian Zacharias und das Atos Trio.

Szabolcs Zempléni ist Gastprofessor am Trinity Music College in London und am Tokyo Music College in Japan. 2010 folgte er einem Ruf an die Hochschule für Musik Trossingen und bekleidet seitdem dort die Professur für Horn.

Sein erstes Solo-CD (Colours of the French Horn) erschien in 2011.

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