Frøydis Ree Wekre


wekre.jpgMit großem Interesse habe ich Herrn Cerminaros Artikel über das Dreifachhorn im letzten Horn Call gelesen. Besonders diese Aussage war berührend: "Das Phrasieren mit Dreifachhörnern verwandelt flüssige stimmliche Ideen in selbstbewusste musikalische Realitäten." Herzlichen Glückwunsch an alle, die ein Instrument finden, mit dem sie wirklich zufrieden sind, sei es eine bestimmte Marke oder wie in diesem Fall ein Modell mit vielen Features. Zu der Vorhersage in diesem Artikel über die Zukunft von Instrumenten für Hornisten möchte ich jedoch Stellung nehmen.

Aus meiner Sicht scheint die Entwicklung des Horns in mehrere Richtungen zu gehen, Stichwort Vielfalt und Vielseitigkeit. Das Naturhorn (aus verschiedenen Epochen) ist jetzt in Europa wieder klar im Geschäft. Ich war in den letzten Jahrzehnten immer mehr damit beschäftigt, Orchester- oder Kammermusik von Bach, Händel, Telemann, Haydn, Mozart, Mendelssohn und anderen großen Komponisten auf ähnlichen Instrumenten wie damals aufzuführen. Dazu gehört Brahms op. 40, mit einem Klavier von 1853 und einer alten Geige mit Darmsaiten. Tatsächlich hatte Brahms einige ganz besondere Klänge im Sinn!

Heute kann das Naturhorn als Hauptinstrument studiert werden, zum Beispiel an der angesehenen alten Leipziger Musikhochschule in Deutschland. Es gibt viele Gruppen rund um das Aufführen und Aufnehmen auf historischen Instrumenten oder Kopien davon. Immer häufiger fragen Dirigenten in klassischen Werken nach Naturhörnern. Kluge Studenten studieren nebenbei Naturhorn, um auf mögliche Chancen und Herausforderungen in ihrer beruflichen Zukunft besser vorbereitet zu sein. Auch die Einzelhörner (in F und B) kommen wieder zum Einsatz, basierend auf dem Wunsch einiger Gruppen und Dirigenten, ein Klangbild zu schaffen, das dem zur Zeit der Komponisten näher kommt.

Die Verwendung des hohen F-Horns (in verschiedenen Kombinationen) in Europa durchlief nach seiner Einführung in den sechziger Jahren mehrere Phasen. Am Anfang wurde es von vielen Spielern als Lösung für all ihre Probleme begrüßt; sogar einige tiefe Hornisten griffen zum hohen F-Horn, um sich im hohen Bereich sicherer zu fühlen. Erst nach einigen Jahren der Erfahrung stellte man fest, dass Spieler auch Töne auf dem hohen F-Horn übersehen konnten, da diese Muscheln weit weniger dezent waren als die auf längeren Hörnern. Außerdem wurde der Klang oft dünner und weniger obertonreich als bei längeren Röhren.

Hermann Baumann war zu Beginn seiner Karriere ein großer Pionier des Diskant; später kam er jedoch immer mehr zum Doppelhorn und zu diversen Naturhörnern zurück. In Deutschland gilt heute die Verwendung des regulären Doppelhorns als Norm. Darüber hinaus sind die meisten Hauptspieler mit einer Art Diskanthorn als Backup für den extremen Bereich ausgestattet, in einigen Fällen als Triple.

Ein interessanter Nebeneffekt, mehr an den ursprünglichen Rohrlängen zu arbeiten, ist der psychologische. Für einige Spieler kann die Option, kürzere Schläuche zu verwenden, vorübergehend als "Droge" fungieren. Doch wo bleibt die nächste Option, wenn die Neuheit des F-Alt-Horns abfärbt? Ein Flügelhorn in B? Nachdem ich eine Weile an D- und C-Bass und solchen Gaunern gearbeitet habe, kommt das normale B-Horn meiner Erfahrung nach in seiner richtigen Perspektive zurück, einfach als ausreichend sichere Alternative zum längeren F-Horn.

Natürlich verstehe ich die Aufregung, mehr Griffmöglichkeiten und eine weitere "Saite" auf dem ansonsten "zweisaitigen" Doppelhorn zu bekommen. Ich sehe auch die Notwendigkeit dieser Instrumente für die Spezialisten von heute, die den gesamten Tonumfang erobert haben, einschließlich einer Quarte oder so über dem c'''. Ich glaube jedoch nicht, dass alle anderen zum Triple - und nur das Triple - gehen werden, weil es angeblich alles abdecken kann. Das Doppelhorn ist schon ein akustischer Kompromiss, das Dreifachhorn noch viel mehr. Einzelne Bb-Hörner sind, wenn sie sehr gut gemacht sind, im Allgemeinen besser als die B-Seite eines Doppelhorns. Nur ein Tripel, das wird nur noch schlimmer und zwingt die Tripelspieler dazu, die F- (oder Es-) Altseite ihres Horns häufiger zu verwenden, als es bei einer wirklich guten B-Hornseite nötig gewesen wäre. Nach meinen Beobachtungen wählen Spieler mit drei Hörnern immer häufiger die kürzere Variante, auch wenn der Klang nicht immer der passendste für die jeweilige Musik ist. Die schnelle Lösung ist einfach zu verlockend. Die Spieler selbst werden versuchen, mögliche Tonabweichungen zu ignorieren, aber das Publikum kann es bemerken.

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